• Birgit Rolf

„Bin ich jetzt zu weit gegangen?“

Was ist eigentlich noch unverbindlicher Flirt und wann beginnt mehr?

Treue in Beziehungszeiten, in denen fast alles möglich scheint

Ein geflügeltes – zugegeben nicht ganz nettes - Bonmot unter Paartherapeuten lautet: Paare reden genau zweimal über Treue: vor dem Traualtar und nach dem Bekanntwerden der Affäre. Doch mal weg von der Frotzelei, was steckt an Wahrem in diesem Ausspruch? Wir gehen in der Regel in unseren Beziehungen einfach stillschweigend davon aus, dass beide Partner schon eine gleiche Vorstellung von Treue haben und thematisieren diese dann auch gar nicht miteinander. Haarig wird es dann erst, wenn einer von beiden – vielleicht unbewusst - den sicher geglaubten Rahmen verlässt und der andere dann mit Vorwürfen reagiert, weil er bei sich eine Grenze überschritten fühlt.

Seien wir ehrlich: Erst in der Krise offenbart sich die bisher implizte Vorstellung, wer mein Partner für mich sein soll.

Kontakte werden eher unverbindlicher, eingebunden in eine Großfamilie ist heute fast niemand mehr – die zentrale Person im Leben ist oft der Partner. Und nur der Partner. Was mich bewegt, teile ich mit ihm. Nur wenige von uns stellen sich explizit die Frage: Was erwarte ich eigentlich von meinem Partner? Wer soll er/sie für mich sein?

Sehe ich ihn als die Person, die mir all meine Wünsche erfüllen und mir wiederspiegeln soll, dass ich einzigartig für ihn bin? Oder gestatte ich ihm, dass er nicht nur mein Partner ist, sondern auch ein eigenständiges Wesen mit einer Privatsphäre, die mich erstmal nichts angeht?

In der Regel diskutieren Partner die Bedeutung, die der jeweils andere für sie hat erst, wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist oder zu fallen droht – sprich, wenn eine Affäre zutage tritt oder vermutet wird.

Die Erwartung, dass mein Partner alles für mich sein soll, ist sicher eine der destruktivsten Erwartungen, die man an eine Langzeitbeziehung haben kann. Und: Ohne Privatraum voreinander – wer sind wir dann füreinander? Erotische Wesen eher nicht.

Beziehung ist nie sicher, auch wenn wir das gerne anders hätten.

Die Zeit, in der wir leben ist schnelllebig. Wir entwickeln uns weiter, treffen auf andere Menschen, verändern uns. Es ist denkbar, dass einer der Partner – ohne es gezielt herbeigeführt zu haben – eine Begegnung mit einer Person erlebt, die ihn an einer Stelle berührt, an der er vielleicht zuvor gar keine Berührung vermisst hat. Was nun?

Die zentrale Frage, die sich in einer solchen Situation stellt, ist die nach der Bedeutung, die diese Form von Berührtheit für mich – und implizit auch für meinen Partner, für unsere Beziehung – hat.

Um jetzt den Bogen zur Ausgangsfrage zu kriegen – „Was ist noch unverbindlicher Flirt, wann beginnt mehr?“- ist mein Appell, sich frühzeitig mit den folgenden Fragen auseinanderzusetzen: Wieviel Freiraum, wieviel Privatheit bin ich bereit meinem Partner zuzugestehen? Und wieviel Privatheit brauche ich auch für mich? Letztlich geht es darum, über die Dinge zu reden, die einem bedeutsam sind, von denen man aber nicht sicher weiß, ob sie dem Partner schmecken.

Mit einer solchen Haltung werden wir nicht geboren, die meisten Menschen hängen dem neo-romantischen Beziehungsideal an „wenn er mich liebt, weiß er was gut für mich ist und liest mir jeden Wunsch von den Augen ab.“ Das ist aus meiner Sicht ein Trugschluß.


Ihnen fällt es schwer ein solches Gespräch mit Ihrem Partner zu beginnen oder Sie brauchen Unterstützung dabei, da diese Gespräche meist nicht wirklich zielführend erscheinen?

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Ihre Birgit Rolf

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